Hinweise für Schülerinnen und Schüler

 
 

Allgemeine Hinweise

 
 
 
 

Zum Umgang mit neuen Medien bei der Facharbeit (für Schülerinnen und Schüler)
 
  • Wenn Sie die Möglichkeit haben, nutzen Sie die Neuen Medien zur Erstellung Ihrer Facharbeit. Nicht nur beim Schreiben des Manuskripts können Computer hilfreich sein.
  • Nutzen Sie, wenn Sie die Möglichkeit haben, die Neuen Medien auch zur Kommunikation über Ihr Thema. Interessant kann zum Beispiel sein, sich per E-Mail auszutauschen oder in Newsgroups Anfragen zu stellen.
  • Die Recherche im Internet oder auf CD-ROMs kann viele Informationen zutage fördern. Behalten Sie immer das Thema Ihrer Facharbeit im Auge. Die Neuen Medien bieten viele Möglichkeiten - auch des Abschweifens.
  • Vergessen Sie nie: Auch elektronisch gespeicherte Information ist geistiges Eigentum der Verfasserin bzw. des Verfassers. Auch CD-ROMs und Internet sind Quellen. Texte daraus müssen in Ihrer Facharbeit als Zitat gekennzeichnet werden.
  • Beim Zitieren von Informationen aus dem Internet wird es in der Regel ausreichen, die Internet-Adresse (URL) und das Datum anzugeben.
  • Die Qualität von Informationen ist nicht identisch mit ihrer leichten Zugänglichkeit. Eher trifft das Gegenteil zu: Auf Web-Seiten ins Internet kann weitgehend unkontrolliert jede oder jeder schreiben, was ihr oder ihm einfällt. Dies kann auch schlichter Unfug sein.
  • Wissenschaftliche Literatur wird in der Regel in kontrollierten Zusammenhängen verfasst. Texte, die z.B. aus Universitätsvorlesungen stammen, oder Aufsätze renommierter Fachautoren, die im Internet publiziert werden, bieten größere Gewähr für Ernsthaftigkeit und Verlässlichkeit. Gehen Sie deshalb mit Informationen aus den Neuen Medien kritisch um.
  • Es ist bekannt, dass auch Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse ihrer Arbeit im Netz zur Verfügung stellen oder entsprechende Arbeiten sammeln und im Netz anbieten. Behalten Sie Ihr Thema im Auge, wenn Sie sich solche Arbeiten ansehen. Seien Sie kritisch auch gegenüber den Arbeiten Ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler. Häufig sind die Anbieter solcher Arbeiten reine Sammler. Achten Sie darauf, wenn Hinweise zur Beurteilung solcher Arbeiten gegeben werden. Das Fehlen solcher Angaben muss eher skeptisch machen.
  • Halten Sie bei der Nutzung des Internet die „Netiquette" ein. Schließlich wollen Sie und andere auch weiterhin ein nutzbares Medium haben.
  • Warum Ihre Facharbeit nicht als Webseite gestalten, wenn Sie sich dazu in der Lage sehen? Verwenden Sie dann aber nicht zu viel Aufwand auf das Äußere. Bewertet wird der Inhalt der Arbeit.
 

Arbeits- und Zeitplanung
 
Es wird eine Kalenderübersicht angelegt für den Zeitraum der drei je sechswöchigen Phasen der Facharbeit - Themenfindung, Literatursuche und Schreibphase. Darin werden eingetragen:
 
  • alle Klausuren, die in der Zeit geschrieben werden müssen, die dafür vorgesehene Vorbereitungszeit
  • alle festen privaten Termine
  • ein Sicherheitszeitraum als Pufferzone am Ende von jeder der drei Phasen
  • mindestens drei Beratungsgespräche nach der Themenfindung.
 
In diesem Zeitraster werden ggf. die Ferien ausgespart. Dann wird die eigene Planung festgesetzt. Zusätzlich sollte eventuell für das Schreiben mit einem Textverarbeitungssystem Zeit einkalkuliert werden, falls keine PC- Erfahrung vorhanden ist. Computerabstürze verschieben den strikten Abgabetermin nicht! Wenn die Arbeit geheftet werden soll, muss auch das im Zeitraster berücksichtigt werden.
 
 
 

Literatursuche
 
Literatur kann gefunden werden
 
  • in Schulbüchern
  • in Büchern und Zeitschriften von Schul-, Stadt-, Universitäts- und Kulturinstitutsbibliotheken und in Lesesälen
  • durch Hinweise der Lehrerin bzw. des Lehrers
  • im Internet
  • in Archiven
  • in Instituten
  • bei Firmen (schreibt man Firmen an, so sollte man unbedingt wegen der Kürze der Bearbeitungszeit um möglichst schnelle Rückäußerung bitten).
 
Die Literatursuche sollte an Beispielen geübt werden. Jede Schülerin bzw. jeder Schüler sollte z. B. zu einem Stichwort aus dem anvisierten Bereich in der Schulbibliothek Quellen suchen, die Literaturangaben und Zitate herausschreiben. Verfügt die Schule nicht über eine entsprechende Bibliothek, sollte ein Teil des Workshops in eine Bibliothek verlagert werden. Auch zum Besuch einer Universitätsbibliothek und ihres Lesesaals sollen Schülerinnen und Schüler angeregt werden. Wünschenswert ist außerdem eine praktische Übung zur Materialsuche im Internet.
 
 
 

Beratungsgespräche
 
Die Beratungsgespräche haben eine große Bedeutung für die Erstellung der Facharbeit, daher sind drei Beratungsgespräche in der zweiten und dritten Phase verbindlich vorgeschrieben. Das heißt: Einerseits sind die Lernenden verpflichtet, sich um einen Gesprächstermin zu kümmern; andererseits muss die Lehrerin bzw. der Lehrer ggf. einen Termin setzen, damit es mindestens zu den drei Gesprächen kommt. Weitere Gespräche könnten notwendig werden.
 
Alle Gespräche bieten den Schülerinnen und Schülern Sicherheit bezüglich ihrer Bemühungen. Denn sie sollen verhindern, dass die Arbeit ausufert und nicht mehr bewältigt werden kann. Alle Gespräche haben aber auch den Sinn, dass sich die beratende Fachlehrerin bzw. der beratende Fachlehrer von dem Fortgang und der Selbstständigkeit der Schülerarbeit überzeugen kann. Die Schülerinnen und Schüler müssen in dem Workshop darüber aufgeklärt werden, dass sie hier in der Pflicht sind.
 
Alle Beratungsgespräche sollten daher vorgeplant werden. Die Lernenden sollten sich vor jedem Gespräch notieren: Was will ich im Gespräch erfahren? Welche Hilfen benötige ich? Wo komme ich nicht weiter? Was verstehe ich fachlich nicht? usw. Daher die Empfehlung, alle auftauchenden Fragen und Unsicherheiten sofort in einem jederzeit bereitliegenden Begleitheft zu notieren, damit nichts vergessen wird. Außerdem ist vor jedem Gespräch eine Reflexion wichtig: Wie weit bin ich voran gekommen? Welche Arbeitsinseln sind bereits geschaffen? Nur dann kann man der Lehrerin bzw. dem Lehrer den Entwicklungsstand der Arbeit erläutern.
 
Die Gespräche haben dem jeweiligen Entwicklungsstand der Arbeit entsprechend unterschiedliche Schwerpunkte:
 
Erstes Gespräch, nach der Themenfindung und während der Literatursuche.
 
Es sollten mitgebracht werden
  • die bisherige Literaturliste, eventuell die Bücher 
  • eine Grobgliederung nach bereits gefundener Literatur 
  • ein Fragenkatalog, eine Problemliste 
Das Ergebnis des Gespräches könnte sein: 
  • eine Information über die Brauchbarkeit der vorgelegten Literatur 
  • eine Information über weitere Literatur 
  • eine Einschränkung des Themas auf ausgewählte Gesichtspunkte 
  • eine Schwerpunktverschiebung des Themas.
 
Zweites Gespräch, gegen Ende der Literatursuche.
 
Es sollten mitgebracht werden: 
  • eine Literaturliste 
  • eine Gliederung 
  • ein Zeitplan 
  • eine Liste mit Fragen und Problemen 
Das Ergebnis des Gespräches könnte sein: 
  • der Schwerpunkt der Arbeit wird festgelegt 
  • neue Bearbeitungsaspekte werden ggf. Abgesprochen.
 
Drittes Gespräch, während der Schreibphase
Hier bietet sich die Gelegenheit, eine Probeseite oder problematisch erscheinende Passagen vorzulegen, um sich beraten zu lassen. Dies kann von Lehrerseite eingefordert werden, um den Fortgang der Arbeit zu beurteilen.
 
 
 

Organisation des Literaturlesens
 
Die Methode des Lesens in drei Schritten - „überfliegen - nach Schlüsselworten suchen und markieren - zusammenfassen" - wird von zahlreichen Lernmethodiken empfohlen und erläutert.
 
Übungen sind notwendig: Das Zitieren von kurzen Textteilen und längeren Passagen sowie Auslassungen im Zitat und grammatikalische Anpassung müssen geübt, auf die häufigsten Fehler muss aufmerksam gemacht werden.
 
Es sollte ein Verfahren genutzt werden, mit dem verschiedenen Quellen festgehalten werden können, damit sie auch wieder gefunden werden. Eine Möglichkeit ist, Karteikarten farbig zu markieren und jeder Literaturquelle eine Farbe zuzuordnen. Beim Lesen werden auf einer Karteikarte ein Stichwort, die Seitenzahl und eine Zusammenfassung notiert. Dies Verfahren hat den Vorteil, dass beim Schreiben die Karteikarten nach Stichworten bzw. Kapiteln der Arbeit sortiert werden können. Der Farbe entnimmt man die Quelle.
 
 
 

Bestandteile einer Facharbeit
 
Die Facharbeit besteht aus folgenden Teilen:
 
  • ein Titelblatt (mit Name, Thema der Arbeit, Fach, Datum)
  • ein Vorwort (falls etwas zur Entstehung der Arbeit oder über aufgetretene Schwierigkeiten geschrieben wird oder falls man sich z.B. bei einem Institut für Informationsmaterial bedanken will)
  • ein gegliedertes Inhaltsverzeichnis mit Seitenangaben
  • eine Einleitung (hierin wird das Vorhaben skizziert, die Absicht der Arbeit, die zentrale Fragestellung erläutert)
  • der Hauptteil
  • eine Zusammenfassung
  • ein Literaturverzeichnis
  • ein Anhang mit Materialliste, Fotos usw.
  • die Selbstständigkeitserklärung.
 
 
 

Formale Vorgaben
 
Die formalen Bedingungen, die an die Facharbeit gestellt werden, haben sich im Laufe der Jahre entwickelt. Nach Beobachtung und Prüfung unterschiedlicher Ansätze gelten die folgenden Vorgaben:
 
  • Format: DIN A4, einseitig beschrieben
  • Schrift: Druckschrift; z.B. Arial 12, Times Roman 12
  • Satzspiegel:
    • ca. 40-50 Zeilen zu ca. 60-80 Zeichen
    • Zeilenabstand: 1 1/2-zeilig (längere Zitate einzeilig)
    • linker Randabstand (Heftrand): ca. 4 cm
    • rechter Randabstand: ca. 2 cm
  • Heftung: Schnellhefter (um ein Beiheften von Blättern durch den Korrektor zu ermöglichen). Verfasser und Thema müssen auf der Vorderseite des Schnellhefters stehen (außer bei Klarsichtdeckel).
  • Nummerierung und Anordnung:
    • Titelblatt zählt als Seite 1, wird nicht nummeriert
    • Inhaltsverzeichnis zählt als Seite 2, wird nicht nummeriert
    • Die folgenden Textseiten werden mit -3- beginnend jeweils oben in der Mitte nummeriert.
    • Dem fortlaufenden Text beigeheftete Materialien (Tabellen, Skizzen, Illustrationen usw.) werden in die Seitenzählung einbezogen. Dasselbe gilt ggf. für einen Anhang.
    • Die vorletzte nummerierte Seite enthält das Verzeichnis der verwendeten Literatur bzw. anderer benutzter Hilfsmittel (z. B. Tonträger, Bildmaterial).
    • Als letzte nummerierte Seite folgt die vom Schüler unterschriebene Erklärung.
  • Literaturhinweise: Für die Literaturhinweise im laufenden Text werden folgende Alternativen empfohlen:
    (BAYER, 1975, 219 f.)
    (BAYER, Der missverstandene Leistungskurs, 219 f.)
    Diese Kurzangaben verweisen auf die vollständigen bibliographischen Angaben im Literaturverzeichnis. Auf jeden Fall muss die Abkürzung mit Hilfe des Literaturverzeichnisses eindeutig auflösbar sein.
  • Zitate:
    Jedes wörtlich übernommene Zitat muss durch Anführungszeichen kenntlich gemacht werden. Auslassungen innerhalb von Zitaten werden durch 3 Punkte in Klammern vermerkt. Hervorhebungen in Zitaten durch den Verfasser der Facharbeit müssen gekennzeichnet sein. Dies geschieht im Anschluss an den Literaturhinweis durch den Zusatz: (Hervorhebung durch „Name"). Alle Zitate werden nachgewiesen durch eine vollständige bibliographische Angabe der Quelle und der jeweils zitierten Seite in einer Fußnote. Dabei kann eine einheitlich abgekürzte Form der bibliographischen Angabe verwendet werden (siehe oben).
  • Bibliographische Angaben:
    • bei Büchern:
      • Verfasser bzw. Herausgeber (Zuname, Vorname abgekürzt)
      • Titel (u. U. mit Untertiteln)
      • Erscheinungsort und Erscheinungsjahr (beim Fehlen dieser Angaben auf dem Titelblatt oder im Impressum ist anzugeben: „o.O." = ohne Ort, bzw. „o.J." = ohne Jahr)
      • Auflagenangabe durch hochgestellte Ziffern beim Erscheinungsjahr z.B.: Finkelnburg, W., Einführung in die Atomphysik, Berlin-Göttingen- Heidelberg 1956 
    • bei Zeitschriften:
      • Verfasser (Zuname, Vorname abgekürzt)
      • Titel des Aufsatzes
      • in: Titel der Zeitschrift
      • Jahrgang und Nummer der Zeitschrift
      • Seitenangabe
      • z.B.: Schmählung; W., Arbeitstechniken - Rüstzeug für Studium und Beruf, in: schulreport 1975/4, Seite 10
  • Erklärung (auf der letzten Seite der Facharbeit):
    „Ich erkläre, dass ich die Facharbeit ohne fremde Hilfe angefertigt und nur die im Literaturverzeichnis angeführten Quellen und Hilfsmittel benutzt habe."
 
 
 

Aufgaben und Ziele der Facharbeit
 
"Wissenschaftspropädeutisches Lernen ist ein besonders akzentuiertes wissenschaftsorientiertes Lernen, das durch Systematisierung, Methodenbewusstsein, Problematisierung und Distanz gekennzeichnet ist und das die kognitiven und affektiven Verhaltensweisen umfasst, die Merkmale wissenschaftlichen Arbeitens sind." (Richtlinientext, Kapitel 1.3.1) 
Ziel der Facharbeit ist es, dass die Schülerinnen und Schüler beispielhaft lernen, was eine wissenschaftliche Arbeit ist und wie man sie schreibt. Die umfassende oder wissenschaftliche Erarbeitung eines bestimmten Themas ist nicht Aufgabe einer Facharbeit. Dies unterscheidet die Facharbeit z. B. von der Besonderen Lernleistung nach § 17 APO-GOSt.
 
Vom Referat unterscheidet sich die Facharbeit durch eine Vertiefung von Thematik und methodischer Reflexion sowie durch einen höheren Anspruch an die sprachliche und formale Verarbeitung. 
In der Jahrgangsstufe 12 wird nach Festlegung durch die Schule eine Klausur durch eine Facharbeit ersetzt. Sie kann die Klausur für den ganzen Kurs oder für einzelne Schülerinnen und Schüler ersetzen und hat den Schwierigkeitsgrad einer Klausur
 
Die erforderlichen Festlegungen in den Schulen betreffen insbesondere
  • die Zuordnung zu Grund- oder Leistungskursen bzw. Profilen
  • die Zuordnung zu Fächern oder Aufgabenfeldern
  • die Kontrolle und Informationssicherung
  • die Terminplanung
  • die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler (siehe unten).
Bei der Anfertigung von Facharbeiten sollen die Schülerinnen und Schüler selbstständig insbesondere
  • Themen suchen, eingrenzen und strukturieren
  • ein komplexes Arbeits- und Darstellungsvorhaben planen und unter Beachtung der formalen und terminlichen Vorgaben durchführen
  • Methoden und Techniken der Informationsbeschaffung zeitökonomisch, gegenstands- und problemangemessen einsetzen
  • Informationen und Materialien ziel- und sachangemessen strukturieren und auswerten
  • bei der Überprüfung unterschiedlicher Lösungsmöglichkeiten sowie bei der Darstellung von Arbeitsergebnissen zielstrebig arbeiten
  • zu einer sprachlich angemessenen schriftlichen Darstellung gelangen
  • Überarbeitungen vornehmen und Überarbeitungsprozesse aushalten
  • die wissenschaftlichen Darstellungskonventionen (z. B. Zitation und Literaturangaben) beherrschen lernen.
 
 
 

Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler
 
Die Schülerinnen und Schüler müssen die erforderlichen Fähigkeiten zur Bewältigung der genannten Aufgaben im Unterricht erwerben können. Die Erarbeitung von überzeugenden Ergebnissen muss ihnen auf dem Hintergrund des bisherigen Unterrichts möglich sein.
Dafür sind nicht nur die sprachlichen Voraussetzungen und die fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten von Bedeutung, sondern auch die Kenntnis der für die Facharbeit spezifischen Bedingungen wie z. B.
  • spezifische Anforderungen und Lernmöglichkeiten
  • Themenfindung und Strukturierung des Themenfeldes
  • Zeitplanung
  • Planung des Arbeitsprozesses
  • Arbeitsmethoden
  • Möglichkeiten der Informationsbeschaffung
  • Verfahren der Materialverarbeitung
  • inhaltliche, sprachliche und formale Beurteilungskriterien
  • Nutzung des Rechners als Arbeitsmittel.
Die Erarbeitung eines Leitfadens für die Abfassung von Facharbeiten auf der Basis der gemeinsamen Überlegungen und von gelungenen Beispielen hilft hier, Kriterien bewusst zu machen und Vereinbarungen zu sichern.
 
Schulen haben verschiedene Verfahren gefunden, die erforderliche Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf die Facharbeit über den Fachunterricht hinaus durch spezifische Organsiationsformen zu sichern.
 
 
 

Themen und Methoden
 
  
Die Schülerinnen und Schüler sollen vor der Wahl eines sie interessierenden Themas erfahren und gelernt haben, was fachspezifisch sinnvolle Fragestellungen sein können und wie sich diese einander fachbezogen und fächerverbindend zuordnen lassen. Sie sollen vor ihrer Entscheidung geübt habe, für die Facharbeit geeignete Fragestellungen zu entfalten und einzugrenzen. Dieser Prozess der Themenfindung kann ggf. selbst in die Facharbeit eingehen (z. B. in der Einleitung oder in einem Anhang, in dem Dispositionsentwürfe dokumentiert werden).
Es sollte vermieden werden, dass die betreuenden Lehrkräfte den Schülerinnen und Schülern eine Aufgabe ohne vorbereitende Erörterung der Themenfindung lediglich vorgeben oder dass ein lang gehegtes Spezialgebiet oder Hobby unbesehen als Thema der Facharbeit gewählt wird. In jedem Fall sollten die Schülerinnen und Schüler Kriterien kennen lernen, mit deren Hilfe sie die Möglichkeit der Realisierung des sie interessierenden Themas kritisch prüfen können.
 
Es ist eine wichtige Aufgabe der betreuenden Lehrerinnen und Lehrer darauf zu achten, dass die übernommene Aufgabe abgegrenzt und überschaubar ist. Besonders bei Themen mit experimentellen, empirischen oder praktischen Arbeitsanteilen muss der hierfür erforderliche Aufwand realistisch eingeschätzt werden.
 
Mehrere Schülerinnen und Schüler können ein gemeinsames Oberthema bzw. einen gemeinsamen Materialfundus mit ausgewiesenen unterschiedlichen Schwerpunkten bearbeiten. Auch arbeitsteilige Gruppenarbeiten sind möglich. Die Aufgabenstellung muss der einzelnen Schülerin bzw. dem einzelnen Schüler eine individuelle Leistung ermöglichen und für jede Teilleistung berücksichtigen, dass die Anforderungen einer Klausur erfüllt werden. 
Die Schülerinnen und Schüler können sich für fachspezifische, aber auch für fachübergreifende und fächerverbindende Themen entscheiden; ggf. müssen Absprachen zwischen den beteiligten Lehrkräften getroffen werden.
 
Die einzelnen Themen verlangen unterschiedliche fachliche Methoden zu ihrer Bearbeitung. Dabei können sich durchaus Methoden miteinander verbinden; z. B. können Informationen gewonnen werden durch
  • Interpretation ästhetisch geformter Texte, Bilder, Gegenstände, Klänge etc.
  • Analyse von Sachtexten
  • Auseinandersetzung mit mathematischen und logischen Problemen
  • Interviews und Befragungen
  • Beobachtung und Erkundung von künstlichen und natürlichen Lebenswelten
  • Messungen
  • Experimente.
 
 
 

Beratung
 
Selbstständiges Lernen benötigt gründliche Vorbereitung und auch Beratung im Prozess. Die Schülerinnen und Schüler müssen deshalb bei der Planung und Gestaltung ihres Arbeitsprozesses von der jeweiligen Lehrperson intensiv beraten werden.
Das heißt für die Fachlehrerin bzw. den Fachlehrer u. A.
  • Beratung bei der Themenwahl
  • Beratung bei Auswahl und Beschaffung von Materialien
  • Verdeutlichung der Leistungserwartungen und Beurteilungskriterien, auch am konkreten Einzelfall
  • Unterstützung bei der Planung des Arbeitsprozesses
  • Beobachtung des Fortgangs der Erarbeitung und Kontrolle der Selbstständigkeit der Arbeit
  • regelmäßige, individuelle Gespräche über Zwischenergebnisse
  • Anleitung für ggf. erforderliche Überarbeitungsprozesse
  • abschließende Reflexion des Arbeitsprozesses und seines Ergebnisses.
 
 
 

Umgang und Form
 
Die Facharbeit soll im Textteil einen Umfang von 8 bis 12 Seiten auf DIN A4, maschinenschriftlich 1 ½ zeilig, mit normalem Seitenspiegel und im Schriftgrad 12 geschrieben, nicht unterschreiten und möglichst auch nicht übersteigen.
Die Arbeit besteht aus
  • Deckblatt mit Thema, Name, Schul-, Kurs- und Schuljahresangabe
  • Inhaltsverzeichnis
  • Textteil mit
    • Einleitung als Entwicklung der Fragestellung 
    • Hauptteil mit untergliedernden Zwischenüberschriften 
    • Schlussteil als Zusammenfassung der Ergebnisse
  • Literaturverzeichnis
  • ggf. Anhang mit fachspezifischen Dokumentationen, angefertigten Gegenständen, Objekten auf Datenträgern, Ton- und Videoaufnahmen, Materialien, Tabellen, Graphiken, Karten etc.
  •  Erklärung über die selbstständige Anfertigung der Arbeit bzw. des Teils der Gruppenarbeit.
  • Eine Dokumentation des Arbeitsprozesses (z.B. Themenentwürfe, Gliederungsentwürfe), die auch Probleme, Schwierigkeiten und Umwege aufführt, kann der Arbeit mitgegeben werden.
 
 
 

Beurteilung und Bewertung
 
Die Facharbeit ersetzt eine Klausur in der Jahrgangsstufe 12. Dies kennzeichnet ihren Stellenwert und den Leistungsanspruch, der mit ihr verbunden ist. 
Allerdings muss den Schülerinnen und Schülern klar sein, dass der dafür erforderliche Zeitaufwand in der Regel nicht mit dem für die Vorbereitung einer Klausur verglichen werden kann.
Bei der Bewertung sind u.a. die folgenden allgemeinen Kriterien einzubeziehen: 
 
unter inhaltlichem Aspekt
  • Eingrenzung des Themas und Entwicklung einer zentralen Fragestellung 
  • Selbstständigkeit im Umgang mit dem Thema 
  • ggf. Umfang und Gründlichkeit der Materialrecherche 
  • Souveränität im Umgang mit den Materialien und Quellen 
  • Differenziertheit und Strukturiertheit der inhaltlichen Auseinandersetzung 
  • Beherrschung fachspezifischer Methoden 
  • logische Struktur und Stringenz der Argumentation 
  • kritische Distanz zu den eigenen Ergebnissen und Urteilen
 
unter sprachlichem Aspekt
  • Beherrschung der Fachsprache 
  • Verständlichkeit 
  • Präzision und Differenziertheit des sprachlichen Ausdrucks 
  • sinnvolle Einbindung von Zitaten und Materialien in den Text 
  • grammatische Korrektheit 
  • Rechtschreibung und Zeichensetzung
 
unter formalem Aspekt
  • Vollständigkeit der Arbeit. 
  • Nutzung von Tabellen, Graphiken, Bildmaterial und anderen Medien als Darstellungsmöglichkeiten 
  • Zitiertechnik 
  • Sauberkeit und Übersichtlichkeit von Graphiken und Schriftbild
 
 
 

Organisatorische Umsetzung an der HGE
 
Beratung
Innerhalb der Arbeitsphase sind drei Beratungsgespräche Pflicht. Über die Beratungsgespräche müssen Protokolle geschrieben werden. Die Beratungsprotokolle sind Bestandteil der Facharbeit. Sie müssen der Facharbeit am Ende beigefügt werden.
 
Abgabe
Die Abgabe der Facharbeit muss fristgerecht erfolgen. Verspätet abgegebene Facharbeiten werden mit der Note ungenügend bewertet.
Die Facharbeit muss zweifach, gedruckt oder maschinengeschrieben und gebunden (z.B. im Schnellhefter, keine Sichthüllen!) abgegeben werden.
Die formalen Vorgaben sind zu beachten.
 
Weiterer Hinweis
Bei Zustimmung  und auf Wunsch der Schülerin oder des Schülers kann die Facharbeit im pdf-Format auf der Schulhomepage veröffentlicht werden.
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