Als Ergänzung unseres Biologieunterrichts im Wahlpflichtbereich Naturwissenschaften der 7. Jahrgangsstufe nutzen wir alljährlich das Angebot von Jugendwaldheimen als Orte außerschulischen Lernens. Das JWH Urft in der Eifel und das JWH Obereimer im Arnsberger Wald bieten mit ihren waldpädagogischen Lern- und Erlebnismodulen abwechslungsreiche Programme.

Im Rahmen unseres Wahlpflichtkurses Naturwissenschaften führen wir jedes Jahr in einem Jugendwaldheim einen einwöchigen Lehrgang mit dem Handlungsschwerpunkt 'Umweltbildung im Wald' durch. Das Naturbild unserer Schülerinnen und Schüler hat sich in den letzten Jahren gravierend verändert. Immer weniger Kinder und Jugendliche haben aufgrund ihrer Lebensumstände und Freizeitgewohnheiten Gelegenheit eigene Naturerfahrungen zu sammeln. Dabei bilden aber gerade Naturbegegnungen in kindlichen oder jugendlichen Entwicklungsphasen eine entscheidende Grundlage für spätere Einstellungen sowie für natur- und umweltbewusstes Handeln. Nur das, was sie kennen und schätzen lernen, werden sie auch schützen wollen!

Um einer Naturentfremdung entgegenzuwirken, bietet die Waldpädagogik vielfältige Gelegenheiten, da der Lebensraum Wald mit seiner Strukturenvielfalt in besonderer Weise Kindern und Jugendlichen erlebnisorientiertes, fantasieanregendes und abenteuerliches Lernen mit allen Sinnen ermöglicht. Eine originäre, intensive Begegnung mit dem Wald lässt sich im regulären naturwissenschaftlichen Unterricht nur begrenzt umsetzen, da es dann zwangsläufig zu Unterrichtsausfällen in anderen Fächern kommen muss. Deshalb nutzen wir als Ergänzung alljährlich das Angebot eines Jugendwaldheims. Entweder suchen wir das des JWH Urft in der Eifel oder das JWH Obereimer im Arnsberger Wald als Ort außerschulischen Lernens auf. Diese bieten mit ihren waldpädagogischen Lern- und Erlebnismodulen ein abwechslungsreiches Programm für unsere Schülerinnen und Schüler, das deren sinnliche Wahrnehmung und Erlebnisfähigkeit sowie das Wissen über den Wald, seine vielfältigen ökologischen Wechselwirkungen sowie seine Wohlfahrtswirkungen für die Menschen fördert. Viele Ziele und Inhalte der thematischen Angebote der Jugendwaldheime finden sich in den Richtlinien und Lehrplänen unserer Schulform wieder. Unsere Lehrkräfte haben überdies die Möglichkeit bei der Auswahl des waldpädagogischen Angebots der Jugendwaldheime mitzuwirken, um eine optimale Abstimmung mit ihren Unterrichtsinhalten zu gewährleisten.

Beide Jugendwaldheime haben Besonderheiten: Das Jugendwaldheim Urft liegt im Nationalpark Eifel. Unsere Schülerinnen und Schüler lernen dort die Grundsätze eines Nationalparks kennen, werden vertraut mit dem Leitbild "Natur, Natur sein lassen" und begreifen das Motto des Nationalparks Eifel "Wald, Wasser, Wildnis".

Das Jugendwaldheim Obereimer bietet praktische Einsätze im Wald, wie das Pflanzen von Bäumen und Sträuchern, das Entrinden von von Borkenkäfern befallenen Fichten, das Freiräumen von Waldwegen, das Herstellen von Gattern etc. In der gut ausgestatteten Holzwerkstatt kann mit Naturmaterialien gebastelt werden.

Für die Freizeitgestaltung bieten beide Jugendwaldheime ein weit gefächertes Sport- und Spielprogramm an, das das soziale Miteinander fördern soll. Elektronische Spielgeräte sind daher unerwünscht.

Fotos kommen noch!!!

Erlebnisbericht: Natur erleben und erforschen in der Eifel - Kursfahrt mit den WPI-NW Schülerinnen und Schülern der Jgst. 7 zum Jugendwaldheim Urft

Wie jedes Jahr, war auch in diesem Jahr ein Lehrgang in einem Jugendwaldheim fester Bestandteil des Unterrichts zum Thema "Ökosystem Wald" der jungen Naturwissenschaftler der Jahrgangsstufe 7. Diesmal stand der Aufenthalt im JWH Urft unter dem Motto "Leben wie in der Steinzeit - wie komme ich in der Wildnis zurecht?"

Dazu gab es im angrenzenden Wald des Jugendwaldheims, ganz in der Nähe des Nationalparks Eifel, ein tolles Programm, bei dem spielerisch Zusammenhänge zum Thema "Ökosystem Wald" nachhaltig erarbeitet wurden. Die Schülerinnen und Schülern waren mit mächtig Spaß bei der Sache!

Unser Ranger Elmar, gleichzeitig ein Kräuterspezialist, bat die Kinder gleich zu Beginn, sich in ihrer Fantasie vorzustellen, sich eines kühlen Morgens - fernab jeglicher Zivilisation und somit Verpflegung - in der Wildnis wieder zu finden und vollkommen auf sich allein gestellt zu sein. Auf Elmars Frage, welche vier Grundbedingungen erfüllt sein müssten, um in der Wildnis überleben zu können, einigten sie sich recht zügig auf Wärme, Wasser, Nahrung und Schutz. Aber wofür sorgt man zuerst? Da es an diesem Tag in der Eifel recht kühl war, einigten sich alle darauf, zunächst etwas gegen die Kälte zu unternehmen. Eine Wärmequelle musste gefunden werden! Die Sonne schied aus, denn die versteckte sich hinter einer dicken Wolkendecke, so dass zwangsläufig der Gedanke an ein Feuer aufkam. Die Frage entstand, wie man ein Feuer ohne Feuerzeug oder Streichhölzer entfachen kann? Einige Kinder schlugen vor, durch ausgiebiges Hin- und Herdrehen eines Stockes in einer kleinen Kuhle auf einem Brett ausreichend Reibungswärme für ein Feuer zu erzeugen. Diese Vorgehensweise setzt aber, so Elmar, sehr viel Übung voraus, die der Gruppe fehlte. Schließlich gelang es den Kindern nach einer Stunde harter Arbeit mithilfe von Feuersteinen und feinem Rohrkolbenzunder Glut zu erzeugen, die dann für das Entzünden von Heu und feinen Holzspänen ausreichte.

Für Wärme gesorgt, rückte nun die Nahrungsbeschaffung in den Vordergrund. Einige Kinder befürchteten, sich auf die Suche nach Regenwürmern, Käfermaden und Spinnen begeben zu müssen, die ja bekanntlich eine vorzügliche Eiweißquelle darstellen. Andere wollten wie Obelix auf Wildschweinjagd gehen oder nach Beeren, Kräutern und essbaren Pilzen Ausschau halten. Der Großteil war aber vollkommen entmutigt und sehnte sich nach einem ganz 'normalen' Essen, wie einem Döner oder einem 'Big Mac'. Um Unruhe zu vermeiden, 'zauberte' Elmar Fleisch, Kartoffeln, Gemüse, Butter, Quark, Mehl, Hefe, Salz und Käse hervor und versprach den Schülern gemeinsam mit ihnen ein tolles, schmackhaftes Essen zuzubereiten, das sie so schnell nicht vergessen würden.

Ranger Elmar sollte Recht behalten. Alle waren emsig bei der Sache und bereiteten mit viel Liebe und Ausdauer die vielfältigen Speisen vor. Das Fleisch sollte ganz langsam in einem Steinofen in der Erde gebrutzelt werden, der aber noch gebaut werden musste.  Für den 'letzten Pfiff' der Köstlichkeiten mussten dann aber doch einige Schüler in den Wald ausströmen und Beeren, Nüsse, Samen und leckere Blüten für den Quark und diverse Kräuter für die Kräuterbutter, die Kartoffelreibekuchen, das Brot und die Suppe sammeln. So wurden beispielsweise die Kartoffelreibekuchen mit Brennnesseln verfeinert. Die dazu nötigen Artenkenntnisse eigneten sich unsere Schülerinnen und Schüler gewissermaßen durch "learning by doing" so ganz nebenbei an! Die Kenntnisse waren aber auch von elementarer Bedeutung, denn so manches Kraut, was gesammelt wurde, war nicht genießbar oder sogar giftig, andere wiederum einfach nur köstlich! Wenn man eine Speise hervorheben darf, wobei natürlich alles klasse geschmeckte, so war das der unübertroffene 'Waldquark' von Anna-Lena, Eylem und Pia. Süße Blüten, Schlehenfrüchte, geröstete Bucheckern und Brennnesselsamen - um nur einige Zutaten zu nennen - machten ihn unvergessen.

Gegessen wurde übrigens mit dem am Vortag von den Schülerinnen und Schülern selbst aus Holz gefertigten Tellern und Löffeln, deren Hohlformen mit Holzglut aus dem 'Vollem' gebrannt wurden, wobei die Löffel durch eine anschließende Bearbeitung mit einem Schnitzmesser ihre endgültige, mundtaugliche Form bekamen. Damit gegessen, schmeckt das Essen natürlich doppelt so gut!

Artenkenntnisse sind auch wichtig, wenn man sich nicht sicher ist, ob das Wasser von Naturbächen, wie sie z.B. in der wasserreichen Eifel häufig anzutreffen sind, genießbar ist oder nicht. Sauerstoffreiche Bäche haben eine hohe Selbstreinigungskraft. Doch wie erkennt man sie, wenn keine Chemikalien zur Verfügung stehen, den Sauerstoffgehalt zu bestimmen? Dieser Frage gingen die Kinder unter Anleitung eines anderen Rangers, Thomas, auf den Grund. Sie suchten in einem nahe gelegenen Bach nach bestimmten Tierarten, die auf einen hohen Sauerstoffgehalt für ihre Entwicklung und für ihr Überleben angewiesen sind, wie z.B. Köcherfliegenlarven. Diese wurden auch gefunden. Das Wasser hätte man also zur Not trinken können. Gereicht wurde bei unserem ausgiebigen Waldessen dann aber doch Mineralwasser.

Wenn man satt ist, genug zu trinken vorfindet und sich am Feuer hat aufwärmen können, muss noch die vierte der oben erwähnten Grundbedingungen für das Überleben in der Wildnis erfüllt werden: Schutz vor Wind und Wetter! Vor allem für die Nacht und ggf. auch vor wilden Raubtieren. Also machten sich die Schüler in Teamarbeit daran, möglichst stabile Waldhütten aus dem Material zu errichten, das sie auf dem Waldboden vorfanden. Nicht nur Ranger Thomas war anschließend von den kreativ gebauten Hütten begeistert. Viele Kinder arbeiteten sogar noch abends in ihrer Freizeit an ihrer Hütte weiter und 'vergaßen' ihr allabendliches Fußballspiel auf dem angrenzenden Bolzplatz. Einige wollten sogar in ihre Hütte übernachten, so stolz waren sie auf ihr Werk!

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