Da, wo Kinder oder Jugendliche zusammen leben und lernen, gibt es auch Unstimmigkeiten und Streit. Das ist ganz normal, kann aber unter Umständen das Klassenklima stark belasten, was wiederum negative Auswirkungen auf den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler haben kann, wenn nicht rechtzeitig eingegriffen wird. Auch müssen Mehrheitsentscheidungen in der Klasse getroffen werden, die im Vorfeld intensiv diskutiert werden sollten. Dabei gilt es Mehrheitsmeinungen zu akzeptieren und Minderheiten zu achten, wichtige Kompetenzen, die Voraussetzung sind, für das Zurechtkommen in demokratisch organisierten Gemeinschaften.

Hier setzt der Klassenrat an: Im Klassenrat gestalten unsere Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 7 ihr Zusammenleben und fördern dadurch ihre Klassengemeinschaft, um ein positives Lernklima und eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Unsere Schülerinnen und Schüler bringen sich dort mit ihrem Anliegen ein, sie diskutieren und entscheiden, planen Projekte und setzen sie um, sie streiten und vertragen sich. Alles was sonst eher nebenbei abläuft, findet im Klassenrat seinen festen Platz! Das, was sie im Klassenrat lernen, lernen sie für ihr ganzes Leben: Ein Anliegen frei sprechend vorzutragen, es fair miteinander zu diskutieren, anderen aktiv zuzuhören, sich eine eigene Meinung zu bilden und sie zu vertreten. Auch können durch klare Rollenzuweisungen (Vorsitzende, Regelwächter, Zeitwächter und Protokollanten) Rollenanforderungen erfüllt werden.

Wesentlicher Programmpunkt unserer Klassenratsstunden ist ein seit Jahren an vielen Schulen bewährtes Programm für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I. Mit dem Programm 'Lionsquest - Erwachsen werden' steht im Mittelpunkt des Unterrichts die planvolle Förderung der sozialen Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler. Diese werden nachhaltig dabei unterstützt, ihr Selbstvertrauen und ihre kommunikativen Fähigkeiten zu stärken, Kontakte und positive Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, Konflikt- und Risikosituationen in ihrem Alltag angemessen zu begegnen und konstruktive Lösungen für Probleme, die gerade die Pubertät gehäuft mit sich bringt, zu finden. Gleichzeitig möchte der Unterricht mit diesem Programm jungen Menschen Orientierung beim Aufbau eines eigenen, sozial eingebundenen Wertesystems anbieten.

Klassenratsstunden verlaufen meist nach dem selben Muster. Die zuvor gesammelten Anliegen werden in einer eigens im Stundenpan festgehaltenen Stunde besprochen. Dabei wird gelobt, kritisiert und Wünsche werden geäußert. Im gesamten Plenum werden die Anliegen anschließend diskutiert und gemeinsam nach Lösungsvorschlägen gesucht. Die vereinbarten Ziele werden dann in der nächsten Sitzung auf Einhaltung überprüft.

Für Streitgespräche gibt es einzuhaltende Gesprächsregeln, nicht nur um alle Parteien zu Wort kommen zu lassen, sondern um Vorwürfe und persönliche Kritik zu unterbinden, aber auch um Eskalation oder Resignation vorzubeugen. Sollten die Bemühungen des Klassenrats, Streithähne zum Einlenken zu bewegen, scheitern, werden die Kontrahenten zu speziell geschulten Schülerinnen und Schülern geschickt, die als Streitschlichter unserer Schule (LINK) eine für beide Seiten akzeptable Lösung gemeinsam mit den Streitenden erarbeiten.

Die Klassenräte arbeiten eng mit der Schülervertretung (SV) (LINK) zusammen, deren Mitglieder im Klassenrat die SV-Arbeit vorstellen und Anliegen oder Anregungen der Klasse für die eigene Arbeit aufgreifen.

Foto eines Klassenratsitzkreises wird noch nachgereicht

 

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